{"id":204,"date":"2023-11-22T13:12:42","date_gmt":"2023-11-22T12:12:42","guid":{"rendered":"https:\/\/bruckner.bn.org.pl\/?page_id=204"},"modified":"2023-11-22T14:36:41","modified_gmt":"2023-11-22T13:36:41","slug":"aleksander-bruckner-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bruckner.bn.org.pl\/?page_id=204&lang=de","title":{"rendered":"Auf der Suche nach dem verlorenen Mittelalter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aleksander Br\u00fcckner war eine der wichtigsten und kreativsten polnischen Forscherpers\u00f6nlichkeiten in der Slawistik sowie in der polnischen Literatur-, Sprach- und Kulturgeschichte. Er gilt als der \u201eletzte Polyhistor\u201c und seine \u00fcber 1500 Publikationen umfassende Bibliografie z\u00e4hlt zu den umfangreichsten Lebenswerken eines Geisteswissenschaftlers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcckner wurde am 29. Januar 1856 in Tarnopol (dem heutigen Ternopil in der Ukraine, damals im Kaiserreich \u00d6sterreich) geboren. Eng verbunden war er mit dem nahe gelegenen Brze\u017cany (ukr. Bere\u017eany), wo sein Gro\u00dfvater f\u00fcr viele Jahre B\u00fcrgermeister war. Die Familie Br\u00fcckner war vermutlich im 18. Jahrhundert aus \u00d6sterreich nach Polen gekommen, hatte sich in der multikulturellen Umgebung von Lemberg (poln. Lw\u00f3w \/ ukr. L\u2019viv) niedergelassen und dann rasch polonisiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Abschluss des Gymnasiums 1872 begann Aleksander Br\u00fcckner ein Studium der Philologie an der Universit\u00e4t Lemberg. Vier Jahre sp\u00e4ter wurde er in Wien bei Franz von Miklosich (Franc Miklo\u0161i\u010d) promoviert. Nach weiteren Studienaufenthalten in Berlin und Leipzig habilitierte er sich 1878 und begann an der Lemberger Universit\u00e4t zu arbeiten. Schon bald hie\u00df es aber, dass er eine Professur f\u00fcr slawische Sprache und Literatur in Berlin erhalten w\u00fcrde. 1881 wurde er nach Berlin berufen und 1891 zum ordentlichen Professor ernannt. Bis zu seiner Emeritierung arbeitete er \u00fcber 40 Jahre an der Berliner Universit\u00e4t, Br\u00fcckners Gelehrsamkeit, Energie, Diskussionsfreude und Produktivit\u00e4t erregten gro\u00dfe Bewunderung. Seine wissenschaftlichen Ideen waren ebenso brillant wie k\u00fchn, f\u00fchrten bisweilen zu Kontroversen und wurden nicht selten von ihm selbst sp\u00e4ter kritisiert und korrigiert. In Berlin wohnte er bis zu seinem Tod am 24. Mai 1939.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das riesige Werk von Aleksander Br\u00fcckner umfasst nicht nur kritische Erstausgaben seiner gr\u00f6\u00dften Entdeckungen (darunter der \u00e4ltesten polnischen Texte), sondern auch eine mehrb\u00e4ndige Geschichte der polnischen Kultur (<em>Dzieje kultury polskiej<\/em>), eine noch immer in hohem Ma\u00dfe aktuelle Ausarbeitung zur slawischen Mythologie (<em>Mitologia s\u0142owia\u0144ska<\/em>), ein ungew\u00f6hnliches und ausschweifendes etymologisches W\u00f6rterbuch der polnischen Sprache (<em>S\u0142ownik etymologiczny j\u0119zyka polskiego<\/em>), eine monumentale altpolnische Enzyklop\u00e4die (<em>Encyklopedia staropolska<\/em>) und dutzende kritische Editionen, wissenschaftliche und popul\u00e4rwissenschaftliche Ausarbeitungen sowie \u00fcber tausend wissenschaftliche Artikel und Essays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aleksander Br\u00fcckner war eine der wichtigsten und kreativsten polnischen Forscherpers\u00f6nlichkeiten in der Slawistik sowie in der polnischen Literatur-, Sprach- und Kulturgeschichte. 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